EmpCo-Richtlinie

Seit 27. September 2026 gilt die EmpCo-Richtlinie der Europäischen Union. EmpCo steht für „Empowering Consumers for the Green Transition“.

Ziel der neuen Richtlinie ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher in der Werbung und Kommunikation besser vor irreführenden und unklaren Aussagen bezüglich Umweltauswirkungen sowie vor Greenwashing zu schützen.

1. Passivhaus Institut und Passivhaus

1.1 Das Passivhaus Institut forscht seit 1996 zu hoher Energieeffizienz bei Gebäuden. Ziel ist es, den Energiebedarf von Gebäuden deutlich zu reduzieren und dadurch CO₂-Emissionen zu mindern, um die Umwelt zu schützen. Gleichzeitig weisen hoch energieeffiziente Gebäude einen hohen Komfort in den Räumen auf.

Das Passivhaus Institut ist ein reines Forschungsinstitut. Es baut selbst keine Häuser und verkauft auch keine.

1.2 Das Passivhaus Institut hat die drei Gebäudestandards Passivhaus, EnerPHit (für Sanierungen) sowie PHI-Energiesparhaus definiert. Diese drei Standards basieren auf bauphysikalischen Kriterien, deren Zusammenwirken zu einem Gebäude mit niedrigem Energiebedarf und gleichzeitig hohem Wohnkomfort führt, im Winter ebenso wie im Sommer. Die Kriterien werden im Planungsprozess der Gebäude intensiv geprüft, sowohl bei Wohngebäuden als auch bei Nichtwohngebäuden.

1.3 Unter dem Dach des Instituts sind die drei Netzwerke IG Passivhaus, Passivhaus Austria sowie die international Passive House Association (iPHA) vereint. Diese unterstützen das Passivhaus Institut bei der Verbreitung des Wissens über hohe Energieeffizienz und die Gebäudestandards, und sie engagieren sich für die Vernetzung aller Akteurinnen und Akteure.

1.4 Passivhaus, EnerPHit sowie PHI-Energiesparhaus

Die drei Gebäudestandards Passivhaus, EnerPHit (für Sanierungen) sowie PHI-Energiesparhaus sind hoch energieeffizient, da sie den Energieverbrauch gegenüber Gebäuden, die nach den gesetzlichen Mindestvorschriften errichtet werden, nachweislich deutlich reduzieren.

Die Nachhaltigkeit und Energieeffizienz dieser drei Gebäudestandards ist in zahlreichen Studien wissenschaftlich belegt. Dazu hier einige Beispiele:

Passivhaus-Konzept für Neubauten und energetische Sanierungen

In dieser Studie wird die Energieeffizienz und Zuverlässigkeit des Passivhaus-Konzepts durch langjährige Erfahrungen und statistisch gesicherte Messergebnisse von tatsächlichen Verbrauchswerten wissenschaftlich belegt.

Analysiert wurden Messwerte von über 1.800 Wohnungen im Passivhaus-Neubau sowie ca. 170 Wohnungen, die mit Passivhaus-Komponenten saniert wurden.

Das Passivhaus-Konzept führt in der Praxis nachweislich und reproduzierbar zu einer sehr hohen Heizenergieeinsparung, die gegenüber einem alten Gebäudebestand etwa 90 % und gegenüber den gesetzlichen Anforderungen an Neubauten durchschnittlich etwa 80 % beträgt.

Studie zum Energieverbrauch von Passivhäusern (PDF)

Passivhaus-Nichtwohngebäude

Freizeitbad „Bambados“

Das Monitoring für das Freizeitbad „Bambados“ in Bamberg weist einen deutlich geringeren Energiebedarf dieses Passivhaus-Hallenbades gegenüber Bädern nach dem gesetzlichen Baustandard nach:

Monitoring-Endbericht zum Freizeitbad „Bambados“ (PDF)

Sanierungen

SINFONIA

Im Rahmen des EU-Projekts SINFONIA wurde nachgewiesen, dass die untersuchten Mehrfamilienhäuser in Innsbruck nach der energetischen Sanierung mit hoch energieeffizienten Komponenten einen um rund 80 % reduzierten Energiebedarf gegenüber dem unsanierten Zustand hatten.

SINFONIA-Monitoringbericht Innsbruck (PDF)

ANNEX 71

Das Passivhaus Institut hat im Rahmen des Projekts Annex 71 der Internationalen Energieagentur (IEA) die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern in Gießen wissenschaftlich untersucht. Gemessen wurde eine Einsparung von mehr als 70 % beim Wärmeverbrauch. Das zeigt den Erfolg der umfassenden energetischen Sanierung.

Weitere Vorteile sind die deutliche Verbesserung des Wohnklimas, z. B. höhere Oberflächentemperaturen sowie eine höhere Luftqualität in den Wohnungen.

Endbericht zur Altbausanierung in Gießen (PDF)

Weitere Forschungsberichte des Passivhaus Instituts finden sich auf der Webseite des Instituts sowie in der Wissensdatenbank Passipedia.

2. Physikalische Grundlagen für die Gebäudestandards

Die drei vom Passivhaus Institut definierten Gebäudestandards Passivhaus, EnerPHit (für Sanierungen) und PHI-Energiesparhaus beruhen auf bauphysikalischen Grundlagen.

Die fünf Prinzipien der Standards sind:

  1. Sehr guter Wärmeschutz des Gebäudes
  2. Passivhaus-Fenster
  3. Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
  4. Luftdichtheit
  5. Vermeidung von Wärmebrücken

Für jedes der fünf Prinzipien hat das Passivhaus Institut konkrete, bauphysikalische Kennwerte definiert, angepasst an den jeweiligen Standard Passivhaus, EnerPHit (für Sanierungen) und PHI-Energiesparhaus. Je höher die Energieeffizienz des Gebäudestandards, umso höher sind die Anforderungen.

Die Kennwerte sind jeweils transparent und nachmessbar. Sie sind detailliert auf der Homepage des Passivhaus Instituts veröffentlicht:

Kriterien für den Passivhaus-, EnerPHit- und PHI-Energiesparhaus-Standard

3. Zertifizierungen

Das Passivhaus Institut zertifiziert einerseits Gebäude (in den Standards Passivhaus, EnerPHit und PHI-Energiesparhaus) und andererseits Komponenten für das hoch energieeffiziente Bauen und Sanieren.

3.1 Zertifizierung von Gebäuden

Wie bereits unter Punkt 2 dargelegt, beruhen die Kriterien für die Gebäudestandards Passivhaus, EnerPHit (für Sanierungen) und PHI-Energiesparhaus auf physikalischen, transparenten Kriterien, die im Detail veröffentlicht sind.

3.2 Zertifizierung von Baukomponenten

Das Passivhaus Institut bietet eine unabhängige Prüfung bzw. Zertifizierung von Baukomponenten an, darunter Fenster, Türen, Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung, Produkte für die Luftdichtheit eines Gebäudes, Systeme für die Duschwasserwärmerückgewinnung etc.

Die Zertifizierung stellt sicher, dass die Baukomponenten die anspruchsvollen Kriterien für Effizienz, Komfort und Hygiene erfüllen. Die Kriterien für die Zertifizierung sind in der Passivhaus-Datenbank veröffentlicht.